West Side Story

„Výlet do Plzně!“ – Ausflug nach Pilsen hieß es kürzlich für die 36 Tschechisch-Schülerinnen und –Schüler der Sigmund-Wann-Realschule in Wunsiedel. Unter der Schirmherrschaft von Kristina Larischo, Generalkonsulin der ČR in München, stand diese achte Kulturfahrt nach Böhmen, die mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei und der Raiffeisenbank Chamer Land eG ermöglicht wurde.

Die Wunsiedler Jugendlichen und ihre Begleitung, Tschechischlehrerin Marcela Pöhlmann, erlebten dabei einen informativen und unterhaltsamen Tag in der viertgrößten Stadt Tschechiens. Unbestrittener Höhepunkt der Fahrt war jedoch der Besuch im „Neuen Theater“, welches 2014 eröffnet wurde. Dort wurde allen Tschechisch lernenden Schülerinnen und Schülern Nordostbayerns das Musical „West Side Story“ präsentiert, eine Adaption der Liebesgeschichte von Romeo und Julia, welche im Jahr zuvor als Ballett präsentiert wurde.  Leonard Bernstein, der berühmte amerikanische Komponist, schuf für das Musikal die Musik, die Gesangstexte lieferte Stephen Sondheim und das Buch Arthur Laurents Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Bewusst transportierten sie dabei die Thematik von Shakespeares Drama in die 1950er Jahre nach New York, wo sich US-amerikanische Jets und puerto-ricanische Sharks einen erbitterten Bandenkrieg liefern

Und so litten und fieberten die Gäste mit Tony und Maria mit, dürfen diese doch aufgrund der erbitterten Feindschaft ihrer Gangs ihre Liebe nicht offen zeigen. Das Drama nimmt seinen Lauf, als Marias Bruder Bernardo sich mit Tony aufgrund eines Missverständnisses einen Kampf liefert, bei dem Bernardo mit dem Leben bezahlen muss. Das Happy End scheint greifbar nahe, denn Maria lässt sich überzeugen, dass der Tod ihres Bruders nicht gewollt gewesen sei. Doch es führen wiederum Misstrauen und Missverständnisse unter den rivalisierenden Banden dazu, dass Tony in Marias Armen erschossen wird. Erst jetzt begreifen Jets und Sharks, dass es keiner der Konflikte Wert gewesen ist, dass dabei Menschen ihr Leben lassen mussten. Auf der Bühne wird diese Erkenntnis daran deutlich, dass Tonys Leichnam von allen gemeinsam weggetragen wird.

Alle Besucher zeigten sich begeistert von der Pilsener Inszenierung und man darf schon gespannt sein, welches Stück im kommenden Jahr auf die Bühne gebracht wird.