Mentoren

“Helfen und sich helfen lassen”

Der Erfolg, den unser Mentorensystem in den letzten Jahren erzielte, wurde durch eine wissenschaftliche Begleitstudie des Lehrstuhls für Schulpädagogik der Universität Bayreuth ausdrücklich bestätigt. Das Wunsiedler Modell gilt mittlerweile als zukunftsweisendes Erfolgsmodell  und wird auch schon von anderen oberfränkischen Schulen nachgeahmt.

mentor_2Neben den im Tagesheim anwesenden Lehrern werden dabei auch besonders leistungsstarke Schüler als „Mentoren” (Lernhelfer) in die Fördermaßnahmen eingebunden. Sie unterstützen und betreuen leistungsschwächere Schüler und versuchen, ihnen mit ihren eigenen Kenntnissen und Erfahrungen weiter zu helfen.  Neben der Unterstützung der  schwächeren Schüler ist damit auch die Forderung und  Förderung der „Mentoren“ ein ganz wichtiger Aspekt des Systems. Die Lernhilfe wird in  den Fächern Mathematik, Englisch und  Betriebswirtschaftslehre angeboten. Dabei betreut ein Mentor höchstens drei bis vier Mitschüler, die alle dieselbe Jahrgangsstufe (wenn möglich, dieselbe Klasse) besuchen. Sollten Probleme auftreten, kann der anwesende Lehrer jederzeit zur Klärung hinzugezogen werden.

mentorinteresse

Die Erfahrungen des letzten Jahres zeigen, dass die Nachfrage am Mentorensystem sehr hoch ist, zeitweise waren über 150 Schüler zur „Nachhilfe“ angemeldet. Um dieser Nachfrage auch heuer gerecht werden zu können, müssen wir deshalb möglichst viele leistungsstarke Schüler gewinnen, die sich als Mentor zur Verfügung stellen. Darum ist es notwendig, für die Mentoren einen gewissen finanziellen Anreiz zu schaffen. So wird heuer ein Mentor aus der 10. Jahrgangsstufe oder ein Mentor, der bereits ein Jahr Mentorentätigkeit nachweisen kann, 3 € von seinem Nachhilfeschüler erhalten, alle anderen Mentoren bekommen weiterhin 2 € für 60 Minuten gehaltenen Unterricht (sicher ein sehr geringer Betrag, verglichen mit den Kosten einer außerschulischen Nachhilfestunde!). Um auch die Qualifikation der Mentoren und damit die Qualität der geleisteten Nachhilfe zu optimieren, wurden im letzten Schuljahr zwei Neuerungen eingeführt. Zum einen wurde eine Handbibliothek für die Mentoren eingerichtet. Darin enthaltene Arbeitsblätter und Materialien sind kostenfrei. Zum anderen werden die Mentoren in einem mehrstündigen Seminar gründlich auf ihre Aufgabe vorbereitet. Auch das Zusammenwirken zwischen Mentor und Fachlehrer soll weiterhin gefördert werden.

Alle teilnehmenden „Nachhilfeschüler“ bekommen einen Laufzettel, auf welchem der Mentor den Erhalt der Gebühr quittiert sowie die Zeiten einträgt, zu denen Ihr Kind den Förderunterricht besuchte. Somit erhalten Sie eine Rückmeldung und Bestätigung, dass Ihre Tochter/Ihr Sohn tatsächlich an der Stunde teilgenommen hat. Dieser Laufzettel muss ins Hausaufgabenheft eingeklebt werden und kann so von Ihnen gut kontrolliert werden. Wenn ein Schüler nicht richtig mitarbeitet, stört oder Unsinn macht, so erhält er die zwei/drei Euro zurück und wird weggeschickt; für Sie würde dies dann aus einem entsprechenden Vermerk auf dem Laufzettel ersichtlich. Wir möchten Schülern helfen, die wirklich von sich aus etwas lernen wollen und ernsthaft an der Verbesserung ihrer Noten interessiert sind; ihnen zuliebe sollen Störer und unmotivierte Teilnehmer ausgeschlossen werden.

Bisher war es häufig so, dass sich nachmittags eine Lehrkraft um sehr viele Schüler aus verschiedensten Klassen kümmern musste. Dies verringerte leider oft die Effektivität der Tagesheimbetreuung. Durch das beschriebene neue Modell erreichen wir kleine, homogene Lerngruppen. Dadurch erreichen wir eine deutliche Verbesserung der Leistungen. Überhaupt ist es unserer Erfahrung nach so, dass seltener Verständnisprobleme die Ursache für schlechte Noten sind. Meist fehlt einfach die notwendige Übung, die gewissenhafte Nachbereitung des im Vormittagsunterricht Gelernten. Feste, regelmäßige Lernzeiten im Tagesheim können diese Defizite verringern. Trotzdem sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass es sich bei den Mentoren um Schüler und keinesfalls um ausgebildete Lehrkräfte handelt. Man sollte also auch keine Wunderdinge von ihnen erwarten. Unabdingbare Voraussetzung ist und bleibt der Wille und die Motivation des „Nachhilfeschülers“, seine Situation verbessern zu wollen. Wir betrachten unser Mentorensystem als  gutes und taugliches Angebot unsererseits, um dieses Vorhaben zu fördern und zu unterstützen und würden uns freuen, wenn Sie und Ihr Kind im Bedarfsfall davon Gebrauch machen würden.

Bedenken Sie bitte auch, dass wegen der begrenzten Anzahl der Mentoren eine frühzeitige Anmeldung beim Betreuungslehrer, H. Fischer, sehr sinnvoll wäre!